Vivendis Konzernsparte Universal Music will offenbar den Vertriebsvertrag mit iTunes nicht verlängern. Die "New York Times" berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass Universal sich nicht mehr wie bisher für ein Jahr an Apples Download-Store binden möchte. Stattdessen will sich Universal die Option eines jederzeitigen Ausstiegs aus den Verträgen offenhalten.
Sollte Universal also mit Apple in Zukunft über Preise oder andere Details keine Einigkeit erzielen, könnte der Konzern jederzeit seinen Katalog zurückziehen. Gemunkelt wird nun, dass Universal Apple unter anderem dazu zwingen möchte, sein FairPlay-DRM auch an andere Anbieter und Endgerätehersteller zu linzenzieren. Möglich ist aber auch ein völliger Rückzug Universals, verbunden mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter. Das Kräftemessen kann richtungsweisend sein: Auf einen Seite macht Universal 15 Prozent seiner Umsätze bereits mit Downloads, auf der anderen Seite stammt jede dritte Neuveröffentlichung in den USA von Universal - hier würde Apple also potentiell attraktive und verkaufsstarke Künstler verlieren.
Beide Firmen lehnten einen Kommentar zu den Meldungen bislang ab. Die weltweite Nummer Zwei der Labels, SonyBMG, hatte kürzlich den Kontrakt mit Apple um ein weiteres Jahr verlängert. Apple kontrolliert mit iTunes etwa 76 Prozent des digitalen Vertriebsweges und ist in den USA bereits der drittgrößte Musikanbieter - nach WalMart und Best Buy.


